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Alphabet x2 – Zweisprachigkeit als Chance – kompetenzbasierte Grundbildung für MigrantInnen

Wie können Erwachsene mit vorhandener Zweisprachigkeit eine Grundbildung erlangen, die sich an ihrer Lebensplanung und Lebensrealität orientiert? Wie lassen sich Lesen und Schreiben in der Zweitsprache lernen, wenn schon in der Muttersprache ein geringer Alphabetisierungsgrad besteht?

Mit diesen Fragen setzt sich das ifak in seinem neuen Projekt Alphabet x2 auseinander. Aufbauend auf den Kompetenzen, die MigrantInnen aus ihrem Heimatland mitbringen oder während der Migration und des Integrationsprozesses erworben haben, soll ein Grundbildungskonzept entwickelt werden,

  • das auf Motivation durch Orientierung an der Lernbiografie aufbaut,
  • Teilnehmer- und Prozessorientierung in den Mittelpunkt rückt, durch Begleitung des Lernens mit Lernberatung auf Lernhemmnisse und Probleme zeitnah eingehen kann,
  • zielgruppengerechte Materialien und Methoden entwickelt und in Grundbildungsmaßnahmen einbaut,
  • die Belange und Bedürfnisse von regionalen Arbeitgebern im Bereich des Niedriglohnsektors berücksichtigt.

Eine kompetenzbasierte Grundbildung für Migranten benötigt Konzepte zur zweisprachigen Alphabetisierung und Grundbildung, die Kenntnisse der modernen Arbeitswelt berücksichtigen und gleichzeitig die im Heimatland und durch die Migration gewonnenen Erfahrungen und Potentiale als Kompetenzen wahrnehmen.Im engen Zusammenspiel von Forschung und Praxis werden bestehende Konzepte geprüft, wenn möglich weiterentwickelt und neue Module für den Einsatz im Unterricht entworfen. Dabei gilt es, fehlende Kenntnisse der deutschen Sprache auszugleichen, die oft vorhandenen Fluchterfahrungen in derLernbiographie zu berücksichtigen und Integrationsschwierigkeiten zu bearbeiten. Vor allem in der praktischen Erprobung wollen wir mit dem Ansatz der zweisprachigen Alphabetisierung, durch lernbiographische Zugänge und durch Ressourcenorientierung Lernmotivationen fördern und die vorhandenen Transferkompetenzen stärken.

Für die Modifizierung der Materialien und Methoden sind folgende Schritte geplant:

  • Umsetzung eines muttersprachlich unterstützten Alphabetisierungs- bzw. Grundbildungsansatzes für Lehrmaterialien in den wichtigsten MigrantInnensprachen;
  • Arbeitsfeldnaher Wortschatzaufbau unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Anforderungsprofile;
  • Weiterentwicklung der bestehenden Alphabetisierungsinstrumentarien für die Belange migrantischer Zielgruppen;
  • Entwicklung von Lernmodulen zur interkulturellen Persönlichkeitsentwicklung unter Einbeziehung von Methoden zur Erfassung von Transferkompetenz und ihrer Weiterentwicklung.

Ansprechpartner/innen:

Dr. Roland Drubig, Outi Arajärvi, Bernadette Tusch
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 Ifak
Institut für angewandte Kulturforschung e.V.
Wilhelmsplatz 3
37073 Göttingen
0551/ 487141